Die Situation der Bäder in Deutschland ist geprägt von der Finanznot der Kommunen, Sanierungsstau, hohen Zuschüssen und einem angeblichen Überangebot der Bäder. Angebots- und Kostenoptimierung sind dabei hochaktuelle Daueraufgaben moderner Bäderbetriebe geworden. Nicht jede Gemeinde ist jedoch in der Lage einen solchen Bäderbetrieb zu gründen. In diesen oftmals kleineren Gemeinden ist vielmehr das Engagement und die Eigenverantwortlichkeit der Bürger gefragt, um die in wirtschaftlich besse-ren Zeiten geschaffene Infrastruktur erhalten zu können. Schwimmen ist gesund, der Aufenthalt im Freibad soll entspannen und der Regeneration und dem sozialen Gemeinsinn dienen. Eine Gemeinde betreibt ein Bad nicht zur eigenen Genugtuung, sondern als wertvollen Bestandteil kommunaler Infrastruktur. Kann dieses Ziel nicht auch durch andere Organisationsformen und Verantwortlich-keiten erreicht werden?
In den Referaten werden verschiedene Lösungsansätze vorgestellt und erörtert. Frau Glanzmann und Herr Snella vom Verein Naturbad Sulz stellen eine Vereinslösung vor und erläutern die Vor- und Nachteile dieser Organisationsform und die damit verbunde-nen Haftungsfragen. Nicht ganz so verbreitet, aber wirtschaftlich und haftungstechnisch sauber darstellbar, ist die Bildung einer Genossenschaft zum Bau und zum Betrieb eines Bades. Dieses Modell wird von Herrn Gröning an Hand des Naturbads in Wunstorf/Luthe vorgestellt. In beiden Fällen steht das ehrenamtliche und finanzielle Engagement der Bürger im Vordergrund. In Idstein/Hessen werden ganz andere Wege beschritten. Dort baut ein privater Investor und Betreiber ein Allwetterbad mit einem Naturfreibad im Außenbereich. Herr Beck von der Arch2o – Projektentwicklung, stellt die notwendigen Schritte und Verträge vor, die zur Umsetzung einer solchen Lösung notwendig sind. Hier wird professionell gebaut und betrieben, aber auch mit eigenem Bau- und Betreiberrisiko.
Viele Lösungen sind für den Erhalt unserer Bäder denkbar, aber es ist immer die Bereitschaft zur Übernahme von Verant-
wortung einerseits und Risiko andererseits erforderlich. Es sollen daher auch gemeinsam Lösungsansätze und nicht nur Probleme diskutiert werden.
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