PFLEGE und WARTUNG


Ein Garten- oder Schwimmteich ist ein Teil des Gartens und braucht eine gewisse Pflege – je nach Situation, Kategorie, etc. fällt mehr oder weniger Arbeit an.
Insbesondere Schwimmteiche der Kategorie IV und V brauchen mehrmals pro Woche eine intensive Wartung und Pflege – bei den naturnahen Kategorien fällt wesentlich weniger Arbeit an, hier wirkt in erster Linie die natürliche Selbstreinigung verschiedener Organismen.

Teichzubehör
Wichtig ist, dass man für die Wartungs- und Pflegearbeiten das richtige Werkzeug und Zubehör hat:

Kescher in verschiedenen Größen und Maschenweiten
Große Gartenschere/Unterwassersense zum Schneiden von Pflanzen unter Wasser
Wathose
Sichel an langer Stange montiert zum Schneiden gelber Seerosenblätter, etc.
Gartenschere an Stange mit Schnurzug zum Schneiden von Pflanzen
Stange mit Doppelhaken zum Herausnehmen von Skimmersieben
Bürste/Straßenbesen zum Schrubben von Stufen, Einstiegen…
Absaugpumpe zum Sedimentabsaugen
Taucherbrille und Schnorchel
ev. Bisamrattenfalle
Laubschutznetz
Grobes Abdecknetz für Schwimmbereich unter Wasser
pH-Meter
Geräte zum Messen von: pH-Wert, Leitfähigkeit, Redox-Potential



Pflege im Jahresverlauf

Während der Badesaison gibt es zumeist weniger Arbeit bei Schwimmteichen der Kategorie I bis III – vorher und nachher sind allerdings einige Pflegemaßnahmen wichtig.
Bei Schwimmteichen der Kategorie IV und V sind die Pflege- und Wartungsarbeiten von März bis Ende Oktober weitgehend immer dieselben.

FRÜHLING
Bei allen Schwimmteichen soll im Frühling Biomasse, die im Winter hineingefallen ist, so rasch als möglich entfernt werden, sonst kommt es bei wärmerem Wasser zu einer Mineralisation durch Bakterien und in der Folge können Sauerstoffarmut und Massenentwicklungen von Algen auftreten.

In vielen Fällen genügt es, wenn man mit dem Kescher Laub, etc. vom Teichgrund und aus den Regenerationsbereichen weitgehend entfernt – in manchen Fällen ist es günstig mit einer Absaugpumpe Sedimente zu entfernen.

Wenn die Seerosen und andere Pflanzen nicht optimal wachsen, sollte man sie im Frühjahr düngen – entweder mit speziellen Düngekegeln, oder man mischt Hornspäne mit etwas Wasser und friert dieses im Kühlschrank als Eiswürfel ein – diese drückt 5-10 cm tief ins Substrat bei den Wurzeln und deckt es in der Folge mit Kies ab.

Pflanzenschnitt
Im Frühling werden nun auch alle Pflanzen geschnitten, die man den Winter über stehen gelassen hat, um den Luft-/Gasaustausch durch die Eisdecke hindurch zu gewährleisten. Die Pflanzen werden soweit unten wie möglich geschnitten, am besten mit einer Unterwassersense vom Ufer aus. Keinesfalls sollte man im Winter mit der Schneeschaufel die Pflanzen kappen – dies kann zur Folge haben, dass sich im Wasser giftiges Methan ansammelt und Organismen absterben.

Wurden die Unterwasserpflanzen im Spätsommer/Herbst nicht geschnitten, sind auch diese im Frühjahr zu schneiden, etwa 50 cm unter dem Wasserspiegel – damit sie neu austreiben.

Alle geschnittenen Pflanzen müssen aus dem Teich entfernt werden, damit es nicht zu einer Rücklösung von gebundenen Nährstoffen kommt.

Absaugen von Sedimenten
Zumeist können mit dem Kescher nicht alle Sedimente entfernt werden – zumindest von Zeit zu Zeit sollte man sie daher mit einer geeigneten Pumpe absaugen. Bei Schwimmteichen der Kategorie IV und V hat dies bis zu 2 x pro Woche erfolgen – bei den Kategorien I bis III saugt man 1-2 x jährlich – bzw. nach Bedarf – die Sedimente im Schwimmbereich ab.
In den Regenerationsbereichen ist die Entfernung von Ablagerungen nicht so wichtig – sie liefern Pflanzen wichtige Nährstoffe.

Die Absaugung bei den naturnahen Kategorien sollte zu einem Zeitpunkt stattfinden, wo Lurche und deren Laich nicht geschädigt werden – entweder im frühen Frühjahr oder zu Beginn der Badesaison.

Absaugpumpen
Der Handel bietet Geräte in allen Größen und Preislagen an – von € 200,-- bis € 10.000,--. Manche Schwimmteichbesitzer sind mit kleinen handlichen Geräten, die nur eine geringe Saugleistung haben, sehr zufrieden – andere benötigen eine stärkere Pumpe, wenn grober Schlamm, kleine Steinchen, etc. abgesaugt werden sollen.
In der Preislage zwischen € 900,-- und € 1500,-- gibt es gute Absauggeräte - neben einer guten Pumpe ist auch noch das Zubehör wichtig.

Bei Schwimmteichen mit viel Schlamm und grober Biomasse ist eine Absaugpumpe mit einer Förderleistung von etwa 10.000 bis 15.000 Liter pro Stunde geeignet. Beim Absaugen sinkt der Wasserspiegel je nach Dauer der Absaugung und Förderleistung der Pumpe um einige Zentimeter. Wenn kein Nachfüllwasser vorhanden ist, wird man eher mit einer schwächeren Pumpe arbeiten oder das abgesaugte Wasser z.B. in aufblasbaren Planschbecken speichern und teilweise wieder zurückpumpen, wenn die groben Teile abgesunken sind.

Vor allem bei Becken und bei den Kategorien IV und V werden häufig auch Roboter eingesetzt – es ist jedoch darauf zu achten, dass die Sedimente täglich aus dem Filtersack entfernt werden.

Es gibt Pumpen, die mit Filtern ausgestattet sind, sodass man das Wasser in den Schwimmteich zurückfördern kann – dies sollte allerdings nur über eine ausgedehnte Pflanzzone erfolgen, damit im Wasser vorhandene Nährstoffe/Feinteile verarbeitet werden. Besser ist es, das ganze nährstoffreiche Wasser abzuleiten – z.B. im Garten zum Bewässern zu verwenden.

Die effektivste Methode einen Teich zu säubern besteht darin, dass man einen Taucher engagiert, der mit dem Teichsauger unter Wasser geziehlt Sedimente absaugt.

Luftheberpumpen
Es gibt auch Luftheberpumpen, die energiesparend und kostengünstig sind – allerdings sind diese Pumpen nicht grobem Schlamm etc. einsetzbar.

SOMMER
Von Zeit zu Zeit sollte der Schwimmteichbesitzer eine Runde um den Teich gehen und hineingefallene Äste, eingewehtes Laub und andere Biomasse entfernen. Bei Schwimmteichen der Kategorie I bis III sollten pro Woche nicht mehr als 15 Minuten pro 100 m2 Teichfläche aufgewendet werden.

Beim Schwimmen kann man abgeblühte Seerosen, gelb und braun gewordene Blätter entfernen, hin und wieder ein Büschel fädiger Algen.

Sehr wichtig ist im Spätsommer der Schnitt von Unterwasserpflanzen – sobald diese die Wasseroberfläche entfernt haben, werden sie zu etwa 50 % zurückgeschnitten. Ausnahme sind Laichkräuter (Potamogeton lucens/perfoliatus), diese sinken zumeist im Herbst auf den Bodengrund und bilden neue Pflanzen.

Hat man im Schwimmteich unbepflanzte Stellen, kann man abgeschnittene Pflanzen in kleinen Bünden dort einsetzen und mit einem Stein beschweren, zumeist bilden sie innerhalb kurzer Zeit Wurzeln.

Bilden sich fädige Algen im Teich, entfernt man die am besten mit einem rauen Holzstab, indem man sie aufwickelt – es gibt auch ein geeignetes Gerät dazu – eine sogenannte „Algenhexe“. Man kann durchaus fädige Algen in einigen Bereichen belassen, denn diese reinigen das Wasser ebenso wie submerse Pflanzen. Wenn sie allerdings Überhand nehmen, bedeutet dies, dass die Unterwasserpflanzen ihre Aufgabe als Nährstoffkonkurrenz nicht optimal erfüllen – dann sollte man diese kontrollieren – eventuell nachsetzen oder auch düngen.

HERBST
Alle Teile von Pflanzen, die braun werden und ins Wasser fallen, werden entfernt – Pflanzen mit festem Stängel lässt man stehen – die sorgen im Winter durch die Eisdecke hindurch für den Luft-/Gasaustausch. Im Herbst sollte soviel abgestorbene Biomasse wie möglich aus dem Teich entfernt werden. Wenn manche Pflanzen allzu sehr wuchern und sich zuviel ausbreiten, werden sie am besten im Herbst dezimiert.

Laubschutznetz spannen
Sobald es zu einem stärkeren Laubfall kommt, sollte man die Abdeckung des Teiches mit einem Laubschutznetz vornehmen. Was die Auswahl der Maschenweite betrifft, sieht man sich eingetragenes Laub, Samen, etc. sehr genau an und sucht dann ein dementsprechendes Netz aus. Dieses sollte in der Länge und Breite jeweils 2,5 m länger als der Teich sein.

Am besten fertigt man zuerst einen Plan des Teiches an (oder nützt einen vorhanden), um die Situierung des Unterbaues (z.B. Styroporwürfel…) und der Seile festzulegen. Styroporwürfel haben einen großen Vorteil – sie liegen stabil am Wasser auf und können nicht kippen, das Netz hat eine große Auflagefläche und kommt 50 cm über dem Wasser zu liegen, ist daher nicht windanfällig.

Montage
Die Würfel werden am Teichrand aufgelegt – Abstand dazwischen 200 – 300 cm. Dann wird das Seil in der Mitte jeden Würfels mit einem geeigneten Rundhaken befestigt – in der Folge legt man die Würfel auf die Wasserfläche und spannt das Seil, befestigt es an den Teichenden mit einem Erdhaken. Parallel dazu wird dasselbe gemacht, bis die Würfel gleichmäßig über die ganze Teichfläche verteilt sind. Zum Uferbereich sollte etwa 1,5 m Abstand sein – höhere Pflanzen werden einfach umgebogen oder bei Bedarf abgeschnitten.
Nun werden über die parallel in einer Linie liegenden Würfel auch noch Querseile befestigt – allerings nur mit Erdhaken am Teichrand.

Wenn der Unterbau gut befestigt ist, wird nun das Netz darübergezogen und am Teichrand etwa alle 70 cm mit einem runden Stein, Ziegel, etc. beschwert. Sehr wichtig ist dabei, dass der Wind keine Biomasse unter das Netz wehen kann.

Auch Bachläufe, Wasserfälle, etc. sollen mit einem Netz abgedeckt werden – auf keinen Fall darf das Netz auf der Wasserfläche aufliegen, sonst wird das Laub ausgelaugt und die Nährstoffe landen erst im Wasser, welches sich tief braun färben kann.

WINTER

In der kalten Jahreszeit fallen wenig Arbeiten an – noch vor dem ersten Frost sollten Wartungsarbeiten durchgeführt werden.

Wartung der technischen Anlage
Die Pumpen werden ausgebaut und nach Anleitung überprüft und gelagert.
Kugelhähne werden geschlossen und möglichst frostsicher gemacht. Schächte, Leitungen, Ventile ebenso.
Skimmerhüte, Filterkörbe werden entfernt.
Überlaufrinnen deckt man mit Folie oder Vlies ab.
Für die Abdeckung von Schächten verwendet man am besten Luftnoppenfolie oder ähnliches Material, welches mit Steinen beschwert wird.

Vor dem ersten Schneefall/Frost sollte das Laubschutznetz entfernt werden, so kann der Teich zum Eislaufen, etc. genützt werden. Die Stängel der Röhrichtpflanzen sollen allerdings mit Holzpfosten/Strohballen, etc. geschützt werden.
Das Laub, welches auf das Netz fiel, wird zum Großteil heruntergeweht und liegt nun am Teichrand, von wo es entfernt werden soll, damit es der Wind nicht hinweht.

Wie zu anderen Jahreszeiten, sollte man dann und wann einen Rundgang um den Teich machen, um nachzusehen, ob alles in Ordnung ist.




Checkliste - Teichpflege

Der frisch befüllte Teich kann durch im Wasser befindliche Nährstoffe anfangs trüb durch Schwebealgen werden. Spätestens jetzt setzt man Zooplankton ein, welches sich in der Folge vermehrt und die Algen filtriert. Wenn genügend Unterwasserpflanzen vorhanden sind, werden die Nährstoffe von diesen verbraucht.

Etwa 3-4 Wochen nach der Befüllung kann man bereits vorsichtig Baden, ohne Wellen zu verursachen. Auf keinen Fall darf in der ersten Badesaison in das Wasser gesprungen werden – dies würde Pflanzen ausschwemmen und Nährstoffe freisetzen.

Fische dürfen in Schwimmteichen nicht eingesetzt werden – sie würden das wichtige Zooplankton fressen und den Teich überdüngen. Wird Fischlaich durch Wasservögel eingeschleppt, setzt man einen kleinen Hecht ein und fischt diesen nach einiger Zeit heraus.

Halten Sie von Zeit zu Zeit einen weißen Porzellanteller o.ä. etwa 30 cm tief unter Wasser und beobachten Sie, ob sich darüber Plankton bewegt – ist keines sichtbar, sollte es nachbesetzt werden.

Pflanzen, die stark wuchern und andere bedrängen, sollte von Zeit zu Zeit ausgelichtet werden.

Kontrollieren Sie die Kapillarsperre des Teiches jährlich, ob sie intakt ist.

Füllen Sie im Frühjahr abgerutschte Kiesbereiche mit Rundkies auf.

Achten Sie darauf, dass Schnecken in mehreren Arten im Teich vorkommen – sind keine vorhanden, setzen sie Deckelschnecken nach.

Nach Stürmen und bei viel Blatt- oder Blüteneinfall fischen Sie die Biomasse mit Hilfe eines Keschers oder einer schwimmenden Holzlatte, auf der z.B. 20 cm breite Streifen von Fliegengitter befestigt sind, ab.

Bei Wetterveränderungen gibt es manchmal eine Trübung des Wassers – abwarten bis es wieder klar wird und keinesfalls chemische Teichmittel zusetzen.

Im Frühjahr den Teich von Biomasse säubern – ev. Schlamm absaugen.

Von Zeit zu Zeit grüne Fadenalgen mit rauhem Holzstab aufwickeln und entfernen - im Frühling tritt manchmal eine Algenblüte auf – wenn sie länger dauert, mit Kescher oder Netz abfischen.

Unterwasserpflanzen im Spätsommer oder Herbst um ca. 50 % zurückschneiden – mit Sichel, Schere – Glänzendes Laichkraut nicht schneiden.

Bei Laubfall im Herbst Netz über den Teich spannen!